Wir sind also gestern Nacht in unserem Winterurlaubsziel angekommen. Meine Information vor der Abfahrt war nicht wirklich ausreichend um zu wissen wo es hinging: Alpen. Da die Alpen aber über eine betrachtliche Größe verfügen wusste ich also immernoch nciht wo es hinging. Gestern nach der Schule fing dann alles an, Sandwichs schmieren, die letzten Dinge in den Koffern verstauen. Und um halb 6 gings los.Erst einmal zum Bahnhof Richtung St Lazare, dort Metro und schließlich unser Ziel der Gare de Lyon. Nachdem wir meinen Gastvater letztendlich am Bahnhof gefunden hatten (er war grade von Presse und dem Chef der SNCF umzingelt) ging es also ab in den Zug und wir fuhren gegen 7 los. Nach einigen Stunden Zugfahrt und schrecklichen Sitznachbarn die die ganze Zeit nur am Rumschreien waren (es war ein kleiner Junge ca. 6/7) und auf englisch rumfluchte :'What the fuck'. Dieser Junge bestätigte mir dann noch einmal : Nintendo DS ist nicht gut :) Im Gestank von Erdnussbuttersandwichs, schreiendem Jungen kamen wir dann letztendlich an. Ich würde gerne sagen in welchem Bahnhof aber ich habe absolut keine Ahnung. Auf jeden Fall erwartete und dort schon ein lustiger Taxifahrer der auf uns wartete. Achja, ich muss noch erwähnen das meine Gastmädels suuuuper lieb waren. Sie waren leise und haben nicht genervt. Ich konnte die ganze Zeit lesen :D hahaa, undenkbar bei meiner alten Gastfamilie. Im warmen Taxi sitzend ging es nun auf zur letzten Etappe unserer Reise. Auf zum Ferienhaus! Mir stellten sich ein wenig die Nackenhaare auf bei der Fahrweise unseres Taxifahrers aber ich ließ mir nichts anmerken ( ich hab einfach die Augen zugemacht ;)). Gegen halb 12 kamen wir dann an. Es war stockdunkel und ich wusste immernoch nicht wo wir waren. Meine Gastmutter hatte mir zwar den Namen gesagt, jedoch hatte ich ihn durch ihre Aussprache nicht verstehen können. Ich machte es mir also in meinem Zimmer gemütlich und teste den Internetzugang. An dieser Stelle möchte ich erwähnen: ja , ich habe ein eigenes Zimmer und muss nicht auf der Wohnzimmercouch schlafen :) Fleißige Leser wissen nun das dies ein riesiger Erfolg im Vergleich zur alten Familie ist ;) Nach ein paar Verwirrtheiten hatte ich dann auch endlich Internetzugang und nutze diesen indem ich ein wenig dt Fernseh anguckte. Heute morgen konnten wir dann erst einmal ausschlafen. Ich hätte noch weiter schlafen können , bin aber durch die Mädels im Nachbarzimmer aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. ok es waren auch schon 9h30, ja mit Kindern empfindet man bis 9h30 schlafen schon als einen Erfolg :) Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf und meine Gasteltern zeigten mir den Ferienort und nun weiß ich auch wo ich bin : in MEGEVE. Hier waren wohl in den 90 er Jahren mal die Winter Olympiaspiele. Das Städtchen ist sehr traditionell und malerisch, es sieht meiner Meinung aber wie jedes andere Bergdorf aus, wir könnten auch in Bayern sein ( wenn nicht alle Französisch sprechen würden ;)). Nach dem Besuch beim Skiverleih ging es dann zum Supermarkt und wir deckten uns mit einem Huhn ein das wir zum Mittagessen verspeisten ;) Mein Gastvater hetze dann die ganze Familie weil die Mädchen Skiunterricht hatten und wie alle Franzosen wahnsinnig lange beim Essen Zeit verloren haben. Die Zeit während alle außer Haus waren verbrachte ich dann mit lernen. Grammatik wird langsam zu meinem Freund und ist kaum noch mein Feind. Wir haben uns miteinander abgefunden J Um halb 4 ging ich dann Louise abholen. Sie kam mir heulend und schlecht gelaunt entgegen. Auf dem Weg nach Hause versuchte ich sie dann ein wenig aufzumuntern und als wir das Haus betraten war wieder alles in Ordnung. Sie ließ mich dann weiter lernen und sie malte. Wir hatten also einen ruhigen Nachmittag. Anschließend gingen wir wieder ins Dorf weil ich vergessen hatte einen Brief meiner Gastmutter in den Briefkasten zu werfen. Louise und ich machten uns also auf die Suche nach einer 'Boite aux lettres' . Irgendwie fanden wir aber keine. Entnervt machten wir dann eine Pause im Zeitschriftengeschäft und ich kaufte ein paar Postkarten. Danach suchten wir weiter und fanden in der äußersten Ecke des Dorfes einen Briefkasten. Nach unserer gelungenen Suche kehrten wir wieder zurück ins Haus und fanden dort den Rest der Familie, k.o in allen Ecken des Hauses verteilt, meist liegend und lesend J
Also machte ich es ihnen nach und machte auch nichts sinnvolles. Grade eben haben wir dann zu Abend gegessen und ich wurde mit einem Blaubeerkuchen überrascht. Meine Gasteltern kamen singend mit dem Kuchen der ein Tischfeuerwerk trug ins Zimmer und wir feierten meinen Geburtstag nach, da dies eines der wenigen Male war, wo alle zusammen am Tisch saßen. Ich habe von ihnen sogar ein Geschenk bekommen was nicht furchtbar kitschig und hässlich ist. Ein Armband mit einem Medaillon, mit meinen Initialen und der Inschrift 20 ans. Außerdem ein kleines Täschchen. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, da ich mich hier in der Familie wirklich wie ein Familiemitglied und nicht wie die Magd vorkomme (siehe alte Gastfamilie). Ich habe also einen schönen, ruhigen Tag verbracht und meinetwegen kann das so weitergehen. Lieben Gruß!
Israel = Grenzschwierigkeiten
vor 17 Jahren

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